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Der Name des Ortes Enger
wird urkundlich erstmals im Jahre 948 in einer Stiftungsurkunde
Ottos des Großen in der Schreibweise "Angeri"
erwähnt. Hierunter ist ein Ort am Anger, ein Ort an Wiesen
und sumpfigem Bruch zu verstehen. Tatsächlich finden wir
heute noch ausgedehnte Wiesenflächen längs des durch
die Stadt fließenden Bolldammbaches, die die Richtigkeit
dieser Überlieferung bezeugen.
Die frühmittelalterliche
Geschichte Engers ist besonders mit dem Namen Widukind"
verbunden, dem sächsischen Adeligen, der Karl dem Großen
in den Jahren zwischen 777 und 785 erbitterten Widerstand geleistet
hatte im Kampf gegen die Eingliederung in das fränkische
Reich und die damit verbundene Christianisierung. Zahlreiche
Sagen erzählen davon, dass Widukind nach seiner Taufe (785)
in Enger eine Kirche gegründet hat und in der Stiftskirche begraben liegen soll. Ältestes Zeugnis
dieser Annahme in Enger ist die Grabplatte
hinter dem Altar aus der Zeit um 1100, die eine der ältesten
frühmittelalterlichen Grabplastiken in Deutschland darstellt.
Die wenigen Sätze der frühmittelalterlichen Überlieferung
und vermutlich mündliche Berichte bildeten den Ausgangspunkt
für eine vielfältige Legendbildung in den nachfolgenden
Jahrhunderten um den Sachsen Widukind. Der Ort Enger hatte dabei
immer eine besondere Stellung, weshalb sie sich auch heute noch
"Die Widukindstadt" nennt.
Noch heute wird
in Enger unter Beteilung der Bevölkerung am 6. Januar eines
jeden Jahres das Timpkenfest zur Erinnerung an den Tod des Sachsenherzogs
feierlich begangen. Dabei wird am vermeintlichen Todestag Widukinds
seine Beisetzung in symbolischer Weise wiederholt.
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Vor
947 gründete Königin Mathilde, zweite Gemahlin Heinrichs
I. und Nachfahrin des Sachsenherzogs Widukind, in Enger das DIONYSIUSSTIFT
für weltliche Kanoniker, das mit erheblichem Besitz ausgestattet
war. Von den Gebäuden, die einst zum Stift gehörten,
ist heute nichts mehr vorhanden. Jedoch bestimmte die Lage der
Häuser um die Kirche (der sog. Kirchenrundling) auch die
Bebauung in späterer Zeit und somit die Topographie des heutigen
Ortskerns. Nach dem Tod von Mathilde im Jahre 968 übertrug
Otto I. das Stift dem Erzbistum Magdeburg und nahm ihm so die
Selbständigkeit. Im Jahre 1414 zwangen Kriege das Stift zu
einer Verlegung vom unbefestigten Enger in das befestigte benachbarte
Herford. Dieses wirkte sich auf die wirtschaftliche Entwicklung
des Ortes Enger sehr nachteilig aus. Erst nach und nach wuchs
die Bevölkerung in einem Maße, dass die preußische
Verwaltung im Jahre 1719 Enger die Stadtrechte zuerkannte und
1734 die Berechtigung zur Erhebung einer Steuer, der Akzise. Um
die Mitte des 18. Jahrhunderts zählte Enger etwa 650, 1818
etwa 1229 Einwohner.
Heute leben in Enger
rund 21.000 Einwohner. |