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Sehenswertes/Sattelmeier
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Woher stammt der Name "Sattelmeier"?

 

Die Deutung des Namens „Sattelmeier" könnte zweierlei Ursprungs sein:

  • Nachrichten aus dem 17. Jahrhundert bezeugen, dass sie sich zu der berittenen Verteidigungsbereitschaft Minden-Ravensberg zählten. Seit dem Jahre 1609 ließ der Landesherr eine solche zusammenstellen. Dieses Wehraufgebot hatte strategisch wichtige Stellen zu schützen und im Notfall zu verteidigen. Seit Mitte des 17. JH. wurden die Sattelmeier als bewaffnete Reiter verpflichtet, mussten dem Landesherren also samt Reitpferd, Pistole und einem Mann zur Verfügung stehen. Seit dem 1740 wurde diese Dienstpflicht durch den Druck der Sattelmeier in eine Geldabgabe umgewandelt.
  • Das Wort „Sattelmeier" rührt vom sächsischen Wort „sadel" = Sitz her; Sadelhöfe = Stammsitzhöfe oder Ursiedelhöfe (sadeln = siedeln). In den Sattelmeierhöfen kann man wohl die ältesten Ansiedlungen in den betreffenden Bauerschaften sehen. Auf diesen Höfen ruhten wahrscheinlich auch einmal die priesterlichen Funktionen in vorchristlicher Zeit. Vielleicht waren auf ihnen auch einmal fränkische Beamte angesiedelt, die für Ruhe und Frieden zur karolingischen Zeit sorgen mussten. Wahrscheinlich waren es aber bereits vorfränkische Edelsitze + Höfe der Dorfgründer.
  • Begräbniszeremonie eines Sattelmeiers

    Ebenfalls aus dem 19. Jh. stammt die Überlieferung eines besonderen Beerdigungsritus der Sattelmeier (nach Griese):

    „Ist ein Sattelmeier gestorben, so läuten, solange der Tote über der Erde steht, jeden Tag in der „Königsstunde" von 12 - 13 Uhr die Glocken der Grabkirche Widukinds in Enger. Dieses geschieht ebenfalls bei dem Tode der Frauen und Kinder des Sattelmeiers. Bei der Beerdigung sind allerlei Zeremonien zu beachten: Der Sarg steht unter der obersten Bodenluke quer auf der Deele und bleibt so lange geöffnet, bis die Verwandten und Freunde, die von fern und nah herbeieilen, sich von dem Verstorbenen verabschiedet haben. Dann hält der Geistliche die Leichenpredigt oder ‘Afdankunge’ wie es hier heißt.
    Zur Deelentür herein schaut während der Totenfeier das Sattelpferd, das Lieblingspferd des Verstorbenen, das nun keinen Herrn mehr hat. - Als dann wird der Leiterwagen unten auf die Deele gefahren und der Sarg auf die Strohbunde des Wagens gestellt. Zu beiden Seiten wird der Sarg mit dicken ‘Strohbuschen’ festgesteckt. Früher saßen vorn auf dem Wagen 6 bis 8 ‘Hökenfrauen’ und die nächsten Verwandten des Verstorbenen. Höken waren besondere Trauertrachten für Frauen, die nur zu Beerdigungen getragen wurden.

    Im Trauerhause gibt es für die nächsten Verwandten und Freunde in der Kammer Kaffee und Kuchen. Die Träger und Bläser werden in der Küche mit Kaffee und Zwieback oder Brötchen bewirtet. Die Heuerlinge bekamen früher auch Trauer’, das heißt ein Trauergeschenk. Die Frauen erhielten Kleider und die Männer Hosen.

     

    Der Leiterwagen mit dem Sarge und den Hökenfrauen, der schon auf der Deele mit zwei Pferden bespannt war, wurde von sechs Pferden zur Widukindkirche gezogen, während das siebente, das Sattelpferd, dem Sage folgte. Hinter dem Pferde folgten die Leidtragenden nach alter Ordnung: `Erst hinter dem Sarge das Ross, erst hinter dem Pferde der Tross.’

     

    Der vom Wagen gehobene Sarg wird von den Heuerlingen des Hofes um die Kirche getragen und dann neben der Grabstätte Widukinds hingesetzt, als wollte der Tote hier noch zuletzt vom Grabe des Herzogs seiner Ahnen Abschied nehmen. Wieder schaut das Sattelpferd durch die geöffnete Kirchentür, und auch am offenen Grabe schaut es zum letzten Male seinem toten Herrn nach."

     


     

     


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