Stadt Enger

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Paten für den Start in ein neues Leben.

Engers Haus der Kulturen zeigt die Fotoausstellung
„Angekommen! Wege zur Integration in Enger“.

von links: Uwe Raffenbeul (Bezirksregierung Detmold), Landrat Jürgen Müller und Bürgermeister Thomas Meyer

Einige Impressionen sehen Sie in der Galerie zur Veranstaltung

 

Seit gut 1 ¼ Jahren gibt es in Enger das Haus der Kulturen (HdK). Zweck dieser städtischen Einrichtung ist die Förderung der Integration. Es ist die zentrale Anlaufstelle für alle Menschen, meist aus anderen Kulturen, die neu in der Widukindstadt ankommen und sich hier ein neues Leben aufbauen wollen. Sandra Werner, Mitarbeiterin der Stadt Enger, ist hier als Integrationskoordinatorin tätig. Sie plant und entwickelt Ideen für die Integrationsarbeit im HdK. Mit Leben gefüllt wird das Haus aber insbesondere von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, vorweg die Initiative Willkommen, die hier bereitstehen, um den Neu-Engeranern aus aller Welt hilfreich zur Seite zu stehen und ihnen beim Weg in ein neues Leben Starthilfe zu leisten.

 

Viele der Menschen, die als Flüchtlinge und Asylbegehrende nach Enger kommen, haben einen schweren Weg hinter sich. Man muss sich auf leidvolle Lebensgeschichten gefasst machen, wenn man hier helfen möchte. Traumatische Erlebnisse auf der Flucht, Verlust von geliebten Menschen, Trennung von Familien – all diese Schicksale können den Helferinnen und Helfern in der Integrationsarbeit begegnen. Es ist also eine Aufgabe, die den ganzen Menschen fordert und bei der man selbst fest genug im Leben stehen muss, um den Hilfesuchenden Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Aber es ist auch lohnend. Diese Erkenntnis soll die Fotoausstellung

 

„Angekommen! Wege zur Integration in Enger“

 

vermitteln, die am Wochenende des Kirschblütenfest zunächst im HdK, später dann im Rathaus Enger zu sehen sein wird. Die Fotos der Ausstellung sind ganz nah dran am Geschehen in der Widukindstadt, und auch gelegentliches Wiedererkennen in Natura ist nicht ausgeschlossen. Denn Fotograf Reimar Ott hat genau hier in Enger seine Motive gesucht und gefunden. Seine Bilder dokumentieren wahre Integrationsgeschichten aus Enger. Sie zeigen jene Menschen, die nach Enger zugewandert sind und jene, die sich hier ihrer angenommen haben – auf unterschiedlichste Weise. „Tandems“, so nennt das Projekt die Partner, die sich so gefunden haben.


Die Geschichten, die zu den Bildern gehören, zeugen oft von herzlichen Freundschaften, die so gewachsen sind. Aufgeschrieben hat sie Journalistin Martina Chudzicki, die selbst zum Helferkreis der Engeraner Initiative Willkommen gehört.
Ausgewählte Bilder und Geschichten sind zusammengefasst in einer vier-zigseitigen Broschüre zur Ausstellung. Das Heft mit dem Titel „Angekommen! Wege zur Integration – Willkommen in Enger“ ist im HdK erhältlich.
Zum Gesamtprojekt gehört auch eine Videodokumentation zum Thema. Sie ist ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zu sehen.


Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Mittwoch war das Haus der Kulturen – wieder einmal – voller Besucher. Das HdK ist, wie die Menschen, für die es eingerichtet wurde, in Engers Mitte angekommen und akzeptiert. So betonte auch Bürgermeister Thomas Meyer in seiner Eröffnungsrede, dass diese Einrichtung fast nicht mehr wegzudenken sei aus unserer Stadt. Es habe sich hier ein Ort entwickelt zum Kennenlernen, zum Austausch, zum Brücken bauen und Freundschaften knüpfen.


Schon vor knapp 1 ½ Jahren habe ihn der Fotograf Reimar Ott für das Projekt begeistert, das Schicksal der nach Enger geflüchteten Menschen aus der bisherigen Anonymität zu holen und den Blick auf die individuellen Personen zu richten, wie es die Ausstellung jetzt ermöglicht. Es sei eine Momentaufnahme dessen, was in unserer Stadt im Zuge der Integration neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger heute entstanden und möglich ist.


Bürgermeister Meyer erklärte, dass es für Städte und Gemeinden nicht leicht sei, mit Entwicklungen und Entscheidungen außerhalb ihrer Einflussmöglichkeiten konfrontiert zu werden. Dennoch sollte es für uns alle selbstverständlich sein, aufeinander zuzugehen und sich für demokratische Werte und Menschenrechte einzusetzen.
Er schloss seine Eröffnungsrede mit einem herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen des heute vorgestellten Projektes beigetragen haben.

 

Der Leitende Regierungsbaudirektor Uwe Rafflenbeul von der Bezirksregierung Detmold vertrat an diesem Abend Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. „Enger kann etwas bewegen – Enger bewegt etwas“, so sein Fazit über die Integrationsarbeit in der Widukindstadt – und schließlich könne Integration nur vor Ort gelingen. Die Fotoausstellung sei nun eine klare Anerkennung für die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Die Fördermittel für das Engeraner Haus der Kulturen seien sehr sinnvoll eingesetzt.

 

Landrat Jürgen Müller begann sein Grußwort mit einer Rückschau auf das Jahr 2016, als sich in den Hochzeiten der Flüchtlingsaufnahme die Möglichkeiten der öffentlichen Hand zunächst auf die Grundversorgung der ankommenden Menschen beschränkte: Wohnraum, Nahrung und Kleidung. Alle weitergehenden Hilfsangebote seien damals nur mit der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer möglich gewesen. Er unterstrich die Bedeutung dieser ehrenamtlichen Hilfe und sprach allen Beteiligten seinen herzlichen Dank aus.


Integration sei nicht einseitig zu verstehen, so Landrat Müller. Sie beinhalte auch, sich selbst für andere Kulturen zu öffnen. Auch er betonte, dass dies nur, wie hier, vor Ort möglich sei. Und so sei gelebte Integration auch nichts anderes als Entwicklung von Heimat.
Die hier gezeigte Ausstellung mache sichtbar, dass Integration gelingen kann und aus Fremden schließlich Freunde werden.

 

Für die Initiative Willkommen trat Regina Schlüter-Ruff ans Rednerpult. Sie berichtete von der Entstehung der Initiative im Jahr 2015, zu der der Integrationswille des auch in der Ausstellung vertretenen Mamadsaliou Diallo und weiterer Asylsuchender aus Enger entscheidend beigetragen habe. Weiter lobte sie die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Stadt Enger und den wichtigen Aspekt einer vertrauensvollen Kommunikation.


Die Bilder des Fotografen Reimar Ott seien überwältigend; mit ihren Texten habe Martina Chudzicki die jeweiligen Situationen gut eingefangen. So galt Regina Schlüter-Ruffs Dank denn auch diesen beiden, aber ebenso allen weiteren Beteiligten am Zustandekommen der Ausstellung mit ihren Fotos, Texten, der Begleitbroschüre und der Videodokumentation, die nun beim Kirschblütenfest hoffentlich großes öffentliches Interesse finden möge. Die Aussicht, dass die Ausstellung in Zukunft auch an anderer Stelle gezeigt werden könnte, begrüßte sie ausdrücklich.
Abschließend wies Frau Schlüter-Ruff auch darauf hin, dass die Integration in Enger zwar auf gutem Wege, aber noch nicht abgeschlossen sei. So gelte es nun, den geflüchteten Menschen einen Weg aus den bisherigen Übergangsunterkünften hin in normale Mietverhältnisse zu ermöglichen. Hierfür sei es insbesondere erforderlich, die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes – für alle Menschen in Enger – voranzutreiben.

 

Für eine Einführung in die Ausstellung konnte Prof. Roman Bezjak von der Fachhochschule Bielefeld gewonnen werden. Bei ihm studierte Reimar Ott vor 16 Jahren. Schon damals sei dessen Interesse an Menschen und deren Lebenssituation erkennbar gewesen. Daher habe ihn seine Arbeit in verschiedenste Gegenden der Welt geführt. Ott sei ein beobachtender Fotograf; sein Ziel sei es, dem Fluss des Lebens zu folgen und diesen zu dokumentieren. Die Kamera sehe er als ein Werkzeug, das dazu motiviert, aus dem Haus zu gehen und die Welt zu erkunden. Wie gut dies gelungen sei, sehe man hier an den Porträts der „Tandems“ und den erzählerischen Alltagsszenen.

 

Seine abschließenden Dankesworten richtete Reimar Ott an die Mitwirkenden des Projekts – sei es bei dessen technischer oder organisatorischen Umsetzung, sei es durch die Bereitschaft, als Fotomotiv Einblick in die eigene Lebenssituation zu geben. Auch dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung als Fördergeber dankte er. Vor allem aber sprach er den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern in der Integrationsarbeit seinen Respekt und seine Anerkennung aus. Er hoffe, dass auch viele andere Menschen den Mut zum Mitmachen in sich entdeckten.

 

Die musikalische Begleitung des Abends, mit der die Wortbeiträge ein wenig aufgelockert wurden, kam von Jens Kosmiky, Ralf Oberbremer, Dieter Günter-Willmann und Nasir Ali mit stimmungsvoll vorgetragenen Stücken wie „Make my day“ und „You raise me up“.

 

In ihrem weiteren Verlauf entwickelte sich die Veranstaltung zu einem in-tensiven, fröhlichen Austausch. Insbesondere die Anwesenheit vieler am Projekt beteiligter gab Gelegenheit zu interessanten Gesprächen und Dis-kussionen.

 

* * * * *
Das Foto- und Filmprojekt „Angekommen! Wege zur Integration in Enger“ der Initiative Willkommen wird gefördert durch das Programm „500 LandInitiativen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Durchgeführt wird das Projekt mit Unterstützung der Widukindstadt Enger.

 

Fotografien: Reimar Ott (Dipl.-Fotodesigner)
Texte: Martina Chudzicki (Journalistin)
Gestaltung Begleitbroschüre: Britta Oertmann (Dipl.-Designerin)

 

Impressionen von der Veranstaltung

Sie starten die Bildergalerie mit einem Klick auf das erste Foto.

 

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