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NRW will Minijob-Verdienstgrenze auf 530,- ¤ erhöhen! | 12. 10. 2020


Der Ministerpräsident des Landes NRW, Armin Laschet sowie der Wirtschaftsminister des Landes NRW, Andreas Pinkwart wollen eine Anhebung der Verdienstgrenze für Minijobs erwirken: Am 9. Oktober soll der Bundesrat darüber abstimmen ob die Verdienstgrenze von derzeit 450 Euro auf 530 Euro angehoben werden soll.

Das Netzwerk „Frauen & Arbeitspolitik im Kreis Herford“ ist empört: Seit langem ist bekannt, dass Minijobs negative Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frauen im Arbeitsleben haben. Die derzeitige Ausgestaltung bewirkt, dass Frauen davon abgehalten werden, sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten aufzunehmen. Die Expertisen zum ersten und zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung weisen diese Zusammenhänge eindeutig nach. Eine Erhöhung der Verdienstgrenze zementiert überkommene Familienrollen und verfestigt die spezifischen Nachteile für verheiratete Frauen im Bereich des Steuerrechts und der Sozialversicherung. „Frauen in der Steuerklasse V haben so hohe Abzüge, dass es sich für sie meist nicht lohnt, eine reguläre Beschäftigung aufzunehmen. Der Minijob sorgt meistens auch für eine Herabstufung ihrer Qualifikation. Da ist es kein Wunder, dass die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern immer noch so groß ist, und dass die Renten dieser Frauen direkt in die Altersarmut führen“, so Monika Lüpke, Sprecherin des Netzwerkes.

Das Netzwerk „Frauen & Arbeitspolitik“ fordert seit vielen Jahren die Reform der Minijobs und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ab dem ersten Euro! Außerdem gehört zu den Auswirkungen der Pandemie ein massiver Arbeitsplatzverlust von Minijobber*innen. Besonders hoch und gravierend ist dieser Verlust für Personen, die ausschließlich im Minijob beschäftigt sind. Das trifft zu über 60% Frauen. Ihnen steht nicht einmal Kurzarbeitergeld zu.

Deshalb fordern wir das Land NRW auf diesen Antrag zurückzuziehen!

 
 
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