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Sieler Glockenturm in neuem Glanz | 13. 01. 2022


Zufrieden mit dem Ergebnis der Glockenturm-Erneuerung: Bürgermeister Thomas Meyer, Hans Laus (Stiftung der Volksbank Enger-Spenge), Bernd Vogel-Höffner und Werner Ebmeyer (Jagdgenossenschaft Siele), Egbert Storck (Dorfgemeinschaft Siele) und Wilhelm Mormann. Der hölzerne Glockenstuhl am Sieler Ortseingang hat ja schon eine gehörige Geschichte, immerhin existiert er bereits seit 1951. Das ist aber nichts im Vergleich zur Glocke, die er trägt. Diese wurde laut Inschrift bereits im Jahre 1693 im Auftrag der Bauerschaft Siele gegossen und tut dort seitdem ihren Dienst. Täglich läutet sie um 7, 12 und 17 Uhr. Wenn sie außerhalb dieser Zeiten auch um 11 Uhr erklingt, verkündet sie damit den Sielern einen Sterbefall in ihrer Dorfgemeinschaft.

Seit Anfang 2018 war es jedoch ruhig geworden um dieses Sieler Wahrzeichen. Damals war bei einer Routinekontrolle des Läutewerks aufgefallen, dass das Gebälk des Glockenstuhls mit der Zeit gelitten hatte. Wegen der morschen Konstruktion wurde aus Sicherheitsgründen entschieden, die Glocke außer Betrieb zu nehmen. Dass dies aber kein Dauerzustand sein konnte, war für ganz Siele klar.

Anfang 2019 wurden die Sieler, vertreten durch Werner Ebmeyer, Egbert Storck und Wilhelm Mormann, dann bei Bürgermeister Thomas Meyer vorstellig, um die Möglichkeiten zur Erneuerung des Glockenturms zu erörtern. Bei diesem Treffen wurde von Bürgermeister Meyer auch erstmals die Chance einer Förderung durch den Heimatfonds des Landes NRW ins Spiel gebracht.

Gemeinsam ging man diesen Weg und war schließlich erfolgreich. Der Heimat-fonds unterstützte das Vorhaben, indem er für jeden von Vereinen oder Privat-personen gespendeten Euro je einen Euro dazulegte. Insgesamt konnten aus dieser Quelle Fördermittel in Höhe von 8.324,39 Euro erzielt werden.
Spenden kamen insbesondere von der Stiftung der Volksbank Enger-Spenge, der Jagdgenossenschaft Siele und Herrn Wilhelm Mormann, die jeweils 2.000 Euro in das Projekt einbrachten, aber auch von zahlreichen anderen Spendengebern.

Die Arbeiten begannen nach Sicherstellung der Finanzierung und Vorliegen der nötigen Baugenehmigung im Sommer 2021 mit der Demontage des alten Turms. Mitte November wurde der neue Glockenstuhl errichtet, zwei Wochen später konnte dann die Glocke samt Läutewerk angebracht werden. Die Gesamtkosten für die Maßnahme betrugen 17.520 Euro, nicht eingerechnet die erbrachten Eigenleistungen durch die Dorfgemeinschaft Siele und den Bauhof der Stadt Enger.

Bürgermeister Thomas Meyer nahm jetzt die Gelegenheit war, sich bei den o. g. Spendern und Förderern sowie allen an der Planung und Durchführung des Projekts beteiligten Personen, Vereinen, Organisationen und Firmen herzlich zu bedanken. „Dieser Glockenturm ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich die Bürger*innen von Siele für ihren Ortsteil einsetzen, so wie ich mir wünsche und auch glaube, dass dies alle Menschen in Enger mit ihrem Ortsteil tun,“ so der Bürgermeister.

Am Turmbau zu Siele waren beteiligt
  • Fa. Ebmeyer Dach- und Holzbau GmbH & Co. KG (Holzturm)
  • Fa. Rath-Bau (Fundament)
  • Fa. Herforder Elektromotoren-Werke GmbH & Co. KG (Ausbau und Wiederinbetriebnahme der Glocke)
  • Ingenieurbüro für Bauwesen Dammeyer (Statik)
  • Dorfgemeinschaft Siele (Abriss und Entsorgung des alten Turmes)
  • Bauhof der Stadt Enger (Entsorgung der alten Fundamente und Begelitung der Elektroarbeiten)
Ihnen allen sei hier im Namen der Widukindstadt Enger noch einmal herzlichst gedankt.

Die Glocke ist übrigens ein besonderer Schatz für die Sieler. „Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg war die Glocke jeweils abmontiert worden, um sie für die Waffenproduktion einzuschmelzen. Beide Male blieb sie verschont und kam zurück nach Siele. Nach dem letzten Krieg hatte sie mein Vater selbst aus der Sammelstelle in Münster zurückgeholt,“ berichtet Werner Ebmeyer.

Egbert Stork, auf dessen Grund der Glockenstuhl 1951 errichtet und nun prak-tisch neu aufgebaut wurde, erinnert sich noch daran, wie einst mit großem Ein-satz von ganz Siele die unterirdische Stromleitung von seinem Elternhaus zum Glockenturm verlegt wurde, um ein elektrisches Läutewerk zu ermöglichen. Als die Glocke noch per Seilzug betätigt wurde, habe es doch des Öfteren „Glockenmissbrauch“ gegeben, besonders wenn am Vatertag die jungen Burschen aus Enger auf ihrem Weg zum Hücker Moor hier vorbeikamen…

Wieder läuten wird die Sieler Glocke in wenigen Tagen, wenn sichergestellt ist, dass die Fundamente trotz winterlicher Witterung endgültig ausgehärtet sind.

 
 
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