Stadt Enger

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Eindrücke aus Tschernobyl

Herforder Erhard Krull berichtet im Haus der Kulturen von seiner Reise in eine Todeszone

Kordula Schimke (Haus der Kulturen), Erhard Krull und Elke Meyerhoff (Teilnehmerin) im Gespräch nach dem Vortrag. Enger, 21.11.2019. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl liegt mittlerweile 33 Jahre zurück. Im Juni dieses Jahres hat der selber an Krebs erkrankte Erhard Krull die Todeszone von Tschernobyl bereist. Er wollte sich selber ein Bild vor Ort machen, da es mittlerweile wie er sagt "einen Hype um Tschernobyl gibt". Nach seinen Angaben besuchen momentan täglich etwa 1.300 Menschen Tschernobyl. Von dieser ungewöhnlichen Reise hat Erhard Krull, Gründer des Herforder Vereins „Rad und Tat“ bei einer Veranstaltung im Haus der Kulturen berichtete. Dabei erwähnte er auch, dass die Menschen heute bis auf wenige Meter an den Reaktor herankommen. Die Wege sind dekontaminiert und dürfen nicht verlassen werden. Jeder Reisende erhalte einen Geigerzähler, um die Radioaktivität zu messen, wenn der Bus von Kiew nach Tschernobyl bestiegen wird.

Krull zeigte bei seinem Vortrag Bilder von den Ruinen aus Tschernobyl und der Geisterstadt Prypjat, wo es früher ein gut funktionierendes Krankenhaus gab. Er berichtete von den Arbeitsumständen der Liquidatoren nach der Katastrophe und von der Naivität mit der gehandelt wurde. Bei Menschen gebe es Missbildungen. Über die Veränderungen bei den Tieren die wieder in der Region leben konnte er nichts berichten. Die Abwesenheit des Menschen in der Todeszone hätte der Flora und Fauna gut getan, es gäbe wieder Wölfe, Elche, Bären und sogar eine Wildpferdeherde. Erstaunt habe ihn, dass wieder so viele Menschen hinter der Todeszone leben und Gärten und Felder bewirtschaften, als ob nichts geschehen wäre. „Die Ukraine ist halt ein armes Land und den Menschen bleibt nichts anderes übrig“, wie er hinzugefügt hat. Die Bilder, machten die Besucher betroffen und in der abschließenden Diskussionsrunde wurde das Thema „Energie und Atomstrom“ diskutiert und dabei der Blick auf den eigenen Stromanbieter gerichtet.

Bei der Veranstaltung sind 232 € an Spenden für den Verein „Rad und Tat“ zusammengekommen, dieses Geld wird für medizinische Projekte in Tansania genutzt.
 
 
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