Stadt Enger

Schnellmenü

Inhaltsbereich

Lärmaktionsplanung nach EG-Umgebungslärmrichtlinie

Umgebungslärm, insbesondere Verkehrslärm, ist eines der größten Umwelt-
probleme in Europa. In Deutschland sehen sich über 60 % der Menschen durch Lärm, vor allem durch Verkehrslärm, belästigt. Davon sogar mehr als zehn Prozent stark oder äußerst stark (Umweltbundesamt 2008). Lärm hat nicht nur auf das Gehör Auswirkungen. Lärm ist ein Stressfaktor und kann die Gesundheit gefährden (Herz-Kreislauf-Beschwerden etc.).

 

Europäische Umgebungslärm-Richtlinie

Mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie gibt es erstmals einen gemeinsamen europäischen Ansatz zur Minderung der Lärmbelastung der Bevölkerung. Dabei werden nach vergleichbaren Verfahren Lärmschwerpunkte durch eine umfassende, strategische Lärmkartierung ermittelt. Auf Grundlage der Lärmkarten werden unter aktiver Mitwirkung der Öffentlichkeit Lärmaktionspläne aufgestellt.

 

Rechtliche Grundlage.

 

Grundlage für die Lärmaktionsplanung ist die Umgebungslärmrichtlinie der EU, die „Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte durch eine Erweiterung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) vom 24. Juni 2005 und durch den Erlass der 34. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (34. BImSchV) vom 6. März 2006.

 

Ausführungen zur Durchführung der Lärmaktionsplanung in NRW sind dem Runderlass „Lärmaktionsplanung“ des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW vom 07.02.2008 zu entnehmen.

 

Runderlass Lärmaktionsplanung des Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. (PDF, 136 kB)

 

 

Ziel der Richtlinie

Ziel der EU- Umgebungslärmrichtlinie ist der Schutz der Bevölkerung vor Belästigung durch Lärm, verursacht durch Verkehrsmittel. Die Umgebungslärmrichtlinie befasst sich im Einzelnen mit den Geräuschquellen Straßenverkehr, Eisenbahn- sowie Flugverkehr. Nicht gemeint ist in diesem Zusammenhang Nachbarschaftslärm (z.B. verursacht durch private Feiern oder Musik), Freizeitlärm oder Lärm am Arbeitsplatz.

 

Umsetzung der Ziele

Das Ziel der Entwicklung eines Konzeptes zum Schutz vor Lärmbelastungen soll erreicht werden durch

  • Lärmkarten: Ermittlung der Flächen, die einem erhöhten Lärmpegel ausgesetzt sind, wobei ein zweistufiges Verfahren vorgesehen ist.
  • Information der Öffentlichkeit: Die Bevölkerung ist über die Ergebnisse der Lärmkartierung zu informieren.
  • Lärmaktionsplan: Sind Flächen mit erhöhtem Lärmpegel ermittelt worden, sind Aktionspläne unter Beteiligung der Öffentlichkeit aufzustellen, um eine Regelung herbeizuführen.
  • Berichterstattung an die EU über das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV).

1. Stufe der Lärmkartierung in der Stadt Enger

Die Stadt Enger gilt nicht als Ballungsraum. Dennoch besteht in der 1. Stufe eine Kartierungspflicht für Orte mit Hauptverkehrsstraßen mit einer Frequenz von mehr als 6 Millionen Fahrzeugen pro Jahr, das entspricht 16.000 Kfz pro Tag. Dieses trifft aufgrund einer Vorabschätzung auf Basis der Bundesverkehrswegezählung 2005 auf Enger für die L 557 (Bünder Straße) zu.

 

Daher hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz 2007 eine Kartierung vorgelegt. Diese Karte weist eine Fläche mit einer Größe von 0,03 km2 aus, die einer erhöhten Lärmimmission ausgesetzt ist. Diese Fläche befindet sich am nördlichen Stadtrand an der Grenze zu Bünde, die unbebaut und somit auch unbewohnt ist, sodass keine Menschen betroffen sind.

Die Aspekte Schienen- und Flugverkehr werden nicht berücksichtigt, da sie für Enger keine Relevanz besitzen.

 

Folglich sieht der Bericht über die Lärmkartierung, den der Rat der Stadt Enger am 8. September 2008 mehrheitlich beschlossen hat, keine speziellen Handlungsempfehlungen vor, um die Immissionen zu mindern, da die Aktionsplanung im Fall von keinen oder geringen Betroffenheiten mit der Bewertung der Lärmsituation abgeschlossen werden kann.

 

Bericht über die Lärmkartierung für die Stadt Enger 2008 (PDF, 77 kB)

 

2. Stufe der Lärmkartierung in der Stadt Enger

In der 2. Stufe legt die Umgebungslärmrichtlinie für Orte, die nicht als Ballungsraum gelten, eine Kartierungspflicht für solche Hauptverkehrsstraßen fest, die von mehr als 3 Millionen Fahrzeugen pro Jahr frequentiert werden.

Auf der Basis der Bundesverkehrszählung von 2010 sind die L 557 (Bünder Straße) und die L 712 (Meller Straße) als relevante Straßen ermittelt worden.

Bei den einschlägigen Berechnungen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im Jahr 2012 hat sich heraus gestellt, dass insgesamt 10 Gebäude von erhöhten Lärmimmissionen betroffen sind.

 

Schienen- und Flugverkehr sind, ähnlich wie in der vorangegangenen 1. Stufe, mangels Relevanz unberücksichtigt geblieben.

 

Aufgrund der ermittelten geringen Betroffenheiten, die zudem relativ verstreut auftreten, verknüpft mit der Tatsache, dass die betreffenden Straßen und somit auch mögliche Investitionen in den Straßenbelag oder Lärmschutzwände, nicht im kommunalen Zuständigkeitsbereich liegen, ist zurzeit keine weitergehende Aktionsplanung vorgesehen. Zuständiger Straßenbaulastträger ist der Landesbetrieb Straßen NRW, da es sich bei beiden Straßen um Landesstraßen handelt.

 

Dieser Bericht zur Lärmkartierung ist vom Rat der Stadt Enger in seiner Sitzung am 16.12.2013 verabschiedet worden.

 

Grundsätzlich gilt, dass der Lärmaktionsplan in 5 Jahren fortzuschreiben ist.

 

Bericht über die Lärmaktionsplanung der Stadt Enger 2013 (PDF, 21 kB)

 

3. Stufe der Lärmkartierung in der Stadt Enger

Der letzte, 2013 verabschiedete Lärmaktionsplan, ist jetzt, 5 Jahre später, entsprechend den rechtlichen Vorgaben fortzuschreiben.

Es ist daher zwischenzeitlich eine erneute Lärmkartierung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz auf der Grundlage der jüngsten Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 durchgeführt worden.

Wie in der Vergangenheit sind die L 712 (Niedermühlenstraße / Herforder Straße) und die L 557 (Bünder Straße / Westfalenring) näher untersucht worden. Diese Kartierung hat einige Personen mehr als bei der vergangenen Erhebung ermittelt, die erhöhten Lärmimmissionen ausgesetzt sind.

Trotzdem ist wegen der nach wie vor geringen Betroffenheit sowie der zerstreuten Ansiedlung der betroffenen Gebäude, ergänzt um den Umstand, dass es ich bei den betreffenden Straßen um Straßen in der Zuständigkeit des Landes handelt, vom Rat der Stadt Enger in seiner Sitzung am 09.07.2018 beschlossen worden, die Lärmaktionsplanung mit der Bewertung der Lärmsituation abzuschließen.

Im Rahmen der städtischen Möglichkeiten und Verantwortung wird dem Aspekt des Lärmschutzes selbstverständlich in der Bauleitplanung gemäß den geltenden Anforderungen Rechnung getragen.


NRW-Webseite "Umgebungslärm

Umgebungslärm NRW
© LDS NRW 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MKULNV NRW) und das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) haben zum Thema Umgebungslärm eine gemeinsame Webseite eingerichtet.

Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Umgebungslärmrichtlinie und die damit verbundenen Aufgaben. Alle mit der Umgebungslärmrichtlinie in Zusammenhang stehenden Gesetze und Regelwerke sind auf der Webseite im Wortlaut angegeben. Auch hier sind die Ergebnisse der Lärmkartierung für Enger einsehbar.


www.umgebungslaerm.nrw.de

 

Begriffliche Erläuterung

Ballungsraum:

Als Ballungsraum gilt eine Stadt mit mehr als 250.000 Einwohnern.

 

Hauptverkehrsstraßen:

Als Hauptverkehrsstraßen gelten Bundes- und Landesstraßen.

 

Erhöhte Lärmimmissionen:

Lden „Auslösewert“: 70 dB (A), Lärmindex über die Tages-, Abend- und Nachtzeit gemittelt.
Lnight „Auslösewert“: 60 dB (A), Lärmindex über die Nachtzeit gemittelt.

 
 
Zurück zum Schnellmenü